BEWILLIGTE ANTRÄGE DES ERSTEN BUNDESTREFFENS DER SPRACHLEHRBEAUFTRAGTEN

BEWILLIGTE ANTRÄGE DES ERSTEN BUNDESTREFFENS DER
SPRACHLEHRBEAUFTRAGTEN, BERLIN, 27.10.12

ulla

 

 

 

 

 

 

Alle Anträge wurden einstimmig bewilligt.
1- Name der Gruppe
2- Abstimmung über die im Gründungsbrief „Zusammen sind wir weniger allein“ enthaltenen Ziele
3- Wahl einer zentralen Koordinationsgruppe
4- Zentrale Informationskampagne „Wer wir (Sprachlehrbeauftragte an deutschen Hochschulen)
sind und was wir machen“
5- Lokale Kampagnen
6- Finanzierung der Gruppe
7- Rechtliche Form
8- Web-Auftritt
1- Name
Antrag: Die Gruppe nimmt folgenden Namen an:
„Bundeskonferenz der Sprachlehrbeauftragten an deutschen Hochschulen“
2- Abstimmung über die im Gründungsbrief („Zusammen sind wir weniger allein“) enthaltenen Ziele
Antrag:
Wir bestätigen die im Gründungsbrief enthaltenen Ziele und ihre zweigleisige Durchführung, d.h. sowohl zentral als auch lokal. Wir sind der Meinung, dass sich in dieser festgefahrenen Situation nur etwas bewegen
kann, wenn gleichzeitig Druck auf den Ebenen des Bundes, der Länder und der einzelnen Hochschulen ausgeübt wird.
a) Bundes- und Landesebene
– Zur Sicherung der Qualität der Lehre und der Erfüllung des Bildungsauftrages fordern wir, dass die für den Sprachunterricht zuständigen Einrichtungen mit einer angemessenen Zahl von Stellen
ausgestattet werden, die ihren Aufgaben sowie der Wichtigkeit der Sprachausbildung und der angestrebten Internationalisierung an den Hochschulen entsprechen. Dafür müssen die Einrichtungen
ausreichend finanziert werden.
– Dort wo Daueraufgaben ausgeübt werden, müssen permanente Stellen eingerichtet werden. Dabei müssen Kriterien erarbeitet werden, damit die Lehrerfahrung der Lehrbeauftragten auf die Qualifikation angemessen angerechnet wird.
– Neue gesetzliche Formen müssen auf Bundesebene erarbeitet werden,
damit auch temporäre Aufgaben sozial abgesichert und tariflich – in Anlehnung an TVL 13 – bezahlt werden, wie es z.B. in Österreich und in den Niederlanden geschieht, und damit den Geringverdienenden Arbeitgeber-Zuschüsse zur Kranken- und Rentenversicherung gezahlt
werden, vergleichbar den KünstlerInnen und den JournalistInnen (Künstlersozialkasse). Dies scheint umso wichtiger, da die Bundesregierung eine einkommensunabhängige Vereinheitlichung der Rentenbeiträge auf monatlich 400 € plant.
– Die Mitbestimmungsrechte der Lehrbeauftragten müssen durch Vertretung in den Hochschulgremien gestärkt werden, in erster Linie im akademischen Senat im Rahmen des Mittelbaus.
b) Ebene der Hochschulen
Auf dieser Ebene müssen wir viele verschiedene Kräfte einbinden. Diese sind in erster Linie die angestellten KollegInnen sowie die Direktionen der Einrichtungen und die Studierenden. Denn es ist auch für sie ein Nachteil, dass die für die Sprachen zuständigen Einrichtungen nur über eine schwache hauptberufliche Personalstruktur verfügen.
Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Erhöhung der Honorare der Lehrbeauftragten stehen nicht im Gegensatz zur Einrichtung von Stellen; vielmehr unterstützen sie diese, da der Einsatz von
Lehrbeauftragten für die Hochschulen auf diese Weise weniger kostengünstig wird.
Wir schlagen vor, dass Forderungen über folgende Themen an den Hochschulen mit eigenen, unterschiedlichen Schwerpunkten gestellt werden:
– Heraufsetzung des Honorars und regelmäßige Anpassung an die Steigerung der Lebenshaltungskosten.
– Möglichkeit der Zahlung des Honorars in Teilbeträgen.
– Zulage für erhöhten Korrektur- und Vorbereitungsaufwand (z.B. bei Schreibkursen, Lehrveranstaltungen mit hohen Teilnehmerzahlen).
– Vergütung der Tätigkeiten, die über die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts hinausgehen: u.a. Prüfungstätigkeit, Online-Arbeit, etc.
– Erstattung der Fahrtkosten.
– Vergütung der Teilnahme an Besprechungen, an institutsinternen Weiterbildungen, an Veranstaltungen, die der Organisation des Unterrichts und der Sicherung bzw. Verbesserung der Unterrichtsqualität dienen.
– Möglichkeit zur Teilnahme an Dienstreisen, z.B. Konferenzen (Übernahme der Teilnahmegebühr, Unterkunft und Fahrtkosten durch die Hochschule) oder im Rahmen der Erasmus-Mobilität, Dienstreisen zu den Partnerhochschulen im Ausland.
– Verbesserung der Planungssicherheit durch transparente Verfahren für die Erteilung von Lehraufträgen; u.a. Lehraufträge sollen frühzeitig (am Ende des vorigen Semesters) vergeben werden. Auswahlgremien für die Vergabe von Lehraufträgen an neue KollegInnen sollen entstehen, in denen Lehrbeauftragte vertreten sind. Kommt wegen mangelnder Teilnehmerzahl eine Lehrveranstaltung nicht zustande, sollte die/der betroffene Kollege/in schnellstmöglich eine andere Lehrveranstaltung oder eine Entschädigung bekommen.
– Mitwirkung an der Ausarbeitung von „Mindeststandards“, die einen wertschätzenden Umgang mit den Lehrbeauftragten an den einzelnen Einrichtungen regeln.
3- Koordinationsstruktur und Wahl einer bundesweiten Koordinationsgruppe
Folgende Personen haben kandidiert:
1- Alexis Donoso Saarland
2- Anja Titze Bayern
3- Cristina Boscolo Rheinland-Pfalz
4- Linda Guzzetti Berlin
5- Massimo Pizzingrilli Niedersachsen
6- Miguel Martin Sachsen
7- Sabine Froesa Rheinland-Pfalz
8- Sandra Vogt Mecklenburg-Vorpommern
9- Simone Weidinger Nordrhein-Westfalen
Anträge
1- Die Koordinationsgruppe wird aus acht Personen bestehen.
2- Über die KandidatInnen wurde en Block abgestimmt.
Die KandidatInnen haben die Wahl angenommen, außer Anja Titze. Sie wird in dieser Koordinationsgruppe nicht mitarbeiten.
2 Als Datum des nächsten Bundestreffens wird April 2013 anvisiert.
Bis dann sollen alle KollegInnen in jeder Einrichtung aufgerufen werden, ihre lokalen VertreterInnen zu wählen.
Koordinationsgruppen auf Landesebene können gebildet werden.

4- Zentrale Informationskampagne
Antrag:
Wir werden durch eine Informationskampagne unsere Themen in den öffentlichen Diskurs bringen. Dazu gehört:
– bei den EntscheidungsträgerInnen in der Politik bekannt zu machen, wer wir sind und was wir machen,
– die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften (DGB, GEW, ver.di u.a.), politisch engagierten Gruppen und den Studierenden auf zentraler und Landesebene weiter zu führen und zu intensivieren,
– innerhalb der Hochschulen zu klären, dass Internationalität eine hochqualitative Sprachausbildung mit entsprechenden Investitionen voraussetzt,
– unter den Lehrbeauftragten sowie hauptamtlichen KollegInnen das Bewusstsein zu verstärken, dass das gegenwärtige Zweiklassensystem für alle von Nachteil ist,

– in der Öffentlichkeit die Wahrnehmung unserer Gruppe zu verstärken.
Die Koordinationsgruppe wird beauftragt:
– Hinweise und Materialien für diese Kampagne herzustellen,
– Kontakt mit dem AKS (Dachverband der Sprachenzentren) aufzunehmen.
Anmerkungen:
Für diese Kampagne sollten wir viele unterschiedliche Anlässe benutzen:
– innerhalb der Hochschulen: z.B. Wahlen des akademischen Senats und der Personalräte,
– auf lokaler Ebene: z.B. Wahlkampagnen, andere Kampagnen über Bildungsthemen,
– innerhalb der Gewerkschaften: z.B. bei Tagungen, Delegiertenversammlungen, etc.,
– innerhalb der Berufsverbände,
– durch Stellungnahmen bei öffentlichen Diskussionen: z.B. Briefe an die Zeitungen über die Altersarmut oder über die Rentenbeiträge.
5- Lokale Kampagnen
Antrag:
An jeder Hochschule engagieren wir uns, um diverse Aspekte unserer Arbeitsbedingungen (siehe oben: Antrag 2 b) zu verbessern.
Anmerkungen:
Damit diese Forderungen erfolgreich sind, ist es notwendig,
– einen langen Atem zu haben,
– eine stabile Organisation der Lehrbeauftragten aufzubauen,
– die Diskussion mit den Direktionen der Einrichtungen offen zu halten, auch wenn erstmal keine positiven Reaktionen kommen,
– uns die Unterstützung der hauptamtlichen KollegInnen zu sichern,
– Beziehungen zum Personalrat und den VertreterInnen des Mittelbaus im Akademischen Senat aufzubauen.
6- Finanzierung der Gruppe
Antrag:
Die Koordinationsgruppe wird beauftragt, bis zum nächsten Treffen ein Finanzierungsmodell (Vorschläge über Einnahmen und Ausgaben) vorzuschlagen.
7- Rechtliche Form
Antrag:
Die Koordinationsgruppe wird beauftragt, bis zum nächsten Treffen die Optionen in Bezug auf die rechtliche Form vorzulegen (eingetragener oder nicht-eingetragener Verein).
8- Web-Auftritt
Antrag:
Die Koordinationsgruppe wird beauftragt, in den kommenden Wochen diese Gruppe im Web sichtbar zu machen. Valérie Froissart wird beratend zur Seite stehen.

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Eingeordnet unter Organisation, Wichtige Dokumente

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