Arbeitsbedingungen und Forderungen der Lehrbeauftragten des Sprachenzentrums der Viadrina (Frankfurt / Oder)

frankfurt_brueckeAm Sprachenzentrum der Viadrina werden um die 2000 Studierende pro Semester von 14 Festangestellten und 40 Lehrbeauftragten unterrichtet; letztere decken circa 66-70% der Lehre ab.

Die Arbeit hat die üblichen Nachteile der Lehraufträge. Da viele KollegInnen in Berlin wohnen, kommt die Zugfahrt hinzu. Zu den Vorteilen zählen der große Lehrbeauftragtenraum (mit Couch, Kaffeemaschine, Computer) und die offene und freundliche Arbeitsatmosphäre.

Vergütung und Forderungen

Ab 2003 betrug die Vergütung 21,35 € pro Unterrichtseinheit, d.h. das Minimum in Brandenburg.

Denjenigen, die in Berlin wohnen, werden die Fahrtkosten erstattet. Die Hochschule bezahlt keinen Beitrag zur Sozialversicherung. In Folge eines Briefs, welchen einige Französischkolleginnen dem Direktor des Sprachenzentrums geschickt hatten, wurde 2009 das Honorar auf 24 € pro Unterrichtseinheit (= 45 Minuten) erhöht.

Weitere Versuche, eine Honorarerhöhung oder einen Beitrag der Hochschule zur Sozialversicherung zu erreichen, sind 2010-11 gescheitert. Zwar hat die damalige Brandenburgische Wissenschaftsministerin unsere VertreterInnen im Oktober 2010 empfangen und Verständnis gezeigt, aber das Präsidium der Viadrina hat die Termine mit uns ständig verschoben und unsere Forderungen faktisch abgelehnt.

Im November 2011 haben wir einen neuen, von der Mehrheit von uns unterschriebenen Brief an das Präsidium geschickt, in dem wir 30 € pro Unterrichtseinheit forderten. Monate lang haben wir keine Antwort erhalten. Die Anfragen der VertreterInnen des Mittelbaus im Akademischen Senat und das Engagement des Direktors des Sprachenzentrums haben dazu geführt, dass wir etwas erreicht haben: Ab WS 12-13 erhalten wir neben dem Lehrauftrag einen Werkvertrag über 2 € pro Unterrichtseinheit für den Einsatz der neuen Medien v.a. der Moodle-Plattform.

Diese Sonderzahlung für die Online-Arbeit stellt ein positives Element dar; eine ähnliche, vollständigere Maßnahme ist am Sprachenzentrum der TU-Darmstadt zu finden. Über die Vergütung der Online-Unterstützung der Lehre hat die GEW-Berlin ein Diskussionstreffen im November 2011 durchgeführt. Das dort erarbeitete Papier wurde im November 2012 von der Landesdelegiertenversammlung (GEW-Berlin) bewilligt: http://www.gew-berlin.de/24546.htm

Da das Grundhonorar nicht erhöht wurde, haben sich einige von uns im November 2012 noch mal an den Präsidenten gewandt. Im Februar 2013 hatten drei von uns ein Treffen mit dem Präsidenten, dem Kanzler, dem Direktor und der Vizedirektorin des Sprachenzentrums. Obwohl dieses Treffen zu keinem unmittelbaren Ergebnis geführt hat, waren alle Beteiligten bereit, ein Diskussionskanal offen zu halten und sich regelmäßig zu treffen.

Vertretungsstruktur

Das Sprachenzentrum verfügt über kein paritätisches Gremium nach Statusgruppen, sondern es gibt einen studentischen und einen wissenschaftlichen Beirat, in denen die Lehrbeauftragten keine Vertretung haben.

Wir werden im Personalrat nicht vertreten, aber wir haben für den Akademischen Senat (im Rahmen des Mittelbaus) das aktive Wahlrecht, allerdings nicht das passive.

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