Situation und Forderungen der Lehrbeauftragten des Sprachenzentrums der FU Berlin

rostlaubeDas Sprachenzentrum der FU zählt ungefähr 5000 Studierende pro Semester, die von 50 Festangestellten und von über 60 Lehrbeauftragten unterrichtet werden. Im WS 12-13 waren unter den Lehrbeauftragten 53 Frauen und 11 Männer.

Die Lehrbeauftragten decken circa 40% der Lehre ab und verdienen 25 € pro Unterrichtseinheit (= 45 Minuten). Wie überall gelten weder Tarifabschlüsse noch Erfahrungsstufen, und Verbesserungen sind sehr mühsam zu erreichen. Die Hochschule bezahlt uns außerdemkeine Sozialversicherungsbeiträge.

 Abgesehen vom Stundenhonorar wird nichts vergütet: nicht die Korrekturen (zahlreicher Tests, schriftlicher Hausaufgaben sowie längerer Abschlussprüfungen und –hausarbeiten), nicht die Anwendung der Lernplattform, nicht die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen. Lediglich die Teilnahme an mündlichen Prüfungen könnte theoretischvergütet werden, aber die Bestimmungen dazu beziehen sich auf die alten Studienordnungen (Magister, Diplom) und sind für die neuen Studienordnungen (Bachelor, Master) untauglich. Zudem gibt es keinen Lehrbeauftragtenraum.

Zu den Vorteilen zählen in einigen Bereichen (Sprachen) die gute Arbeitsatmosphäre und die Möglichkeit, durch die Arbeit an einem großen Sprachenzentrum beruflich weiter zu kommen.

Vergütung

Von 2001 bis 2008 haben wir 21,40 € pro Unterrichtseinheit von 45 Minuten erhalten, d.h. das Minimum in Land Berlin. 2008 haben wir durch einen Brief an den geschäftsführenden Ausschuss des Sprachenzentrums und an das Präsidium der FU eine Honorarerhöhung auf 28,40 € gefordert und 25 € erhalten. Seitdem ist unser Honorar gleich geblieben. Für die Erhöhung war die Vermittlung des damaligen Direktoren des Sprachenzentrums wichtig. Zudem hatten wir ein Treffen mit der Vizepräsidentin für Lehre und Forschung.

Forderungen

Im Januar 2013 haben wir eine neue Initiative ins Leben gerufen, um unsere Arbeitsbedingungen zu verbessern; wir haben einen Forderungskatalog aufgestellt, den wir der Direktorin und dem Beirat des Sprachenzentrums vorgestellt haben.

Zu diesen Forderungen gehören eine Erhöhung des Honorars und die getrennte Vergütung einiger Leistungen, die einen je nach Kurs unterschiedlichen Arbeitsaufwand verursachen: die Online-Unterstützung der Lehre, die Korrekturen der Tests und die Teilnahme an den mündlichen Prüfungen, die ein Modul abschließen oder zur Endnote beitragen. Zudem wollen wir, dass uns eine Aufwandsentschädigung für die Teilnahme an den Organisationstreffen der Bereiche (ein Mal im Semester) sowie an den Fortbildungsveranstaltungen bezahlt wird. Hinzu kommen zwei Forderungen, deren Erfüllung kaum Kosten mit sich bringen würde: die Einrichtung eines Lehrbeauftragtenraums und von „Semesterkonten“. Nach der Novellierung des Berliner Hochschulgesetzes vom April 2011 können Lehraufträge über zwei Semester vergeben werden: Infolgedessen möchten wir, dass die daraus insgesamt resultierenden 16 Semesterwochenstunden nach Bedarf unterschiedlich auf die beiden Semester verteilt werden können, z.B. 4 im SoSe und 12 im WiSe.

Bezüglich dieser Forderungen haben zwei Vertreterinnen ein Treffen mit der Leitung gehabt; leider ist keine unserer Forderungen soweit umgesetzt worden.

Vertretung

Wir werden im Personalrat nicht vertreten. Seit April 2011 sind wir Hochschulmitglieder und dürfen den Akademischen Senat (im Rahmen des Mittelbaus) und die lokale Frauenbeauftragte mitwählen, aber selbst nicht gewählt werden. Da sich die Wahrnehmung des Wahlrechts für den akademischen Senat alsmühsam erwiesen hat, haben einige FU-Lehrbeauftragte einen offenen Brief darüber verfasst.

Das Sprachenzentrum hat ein lokales Gremium: Es war dreißig Jahre lang ein geschäftsführender Ausschuss und seit 2009 handelt es sich um einen nur beratenden Beirat.  Von Anfang an wurden die Lehrbeauftragten durch eine Person in diesem Gremium vertreten; auch gegenwärtig haben wir eine Vertreterin und zwei Stellvertreterinnen, die zu den Initiatorinnen dieser bundesweiten Initiative gehören.

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