2. Treffen der Bundeskonferenz der Sprachlehrbeauftragten

stiftenEin Jahr nach dem ersten Treffen kamen 25 Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Bundesländern zur zweiten Bundeskonferenz der Sprachlehrbeauftragten am 26.-27.10.2013 erneut zusammen. Das Treffen fand bei der GEW Berlin statt und bestand aus zwei Teilen: einer öffentlichen Podiumsdiskussion und einer internen Organisationsabschnitt. Der Titel der Podiumsdiskussion, bei der über 40 Personen anwesend waren, war „Honorarlehrkräfte, Vertretungsstrukturen, Personalräte und Gewerkschaften: eine unsichere Lage“. Zum Auftakt berichteten zwei Kollegen, die wegen ihrer Tätigkeit als Vertreter „gekündigt“ wurden, über ihre Erfahrungen und deren Bedeutung für die Vertretung der Honorarlehrkräfte. Es sind Ayham Salam, der jahrzehntelang Englischdozent an der ZEMS (TU-Berlin) und Vertreter der Lehrbeauftragten im Beirat der ZEMS war, sowie Frank Berger, der langjähriger Dozent an einer Berliner Musikschule und aktiv in der Lehrer*innenvertretung war. Mehr dazu hier.

Anschließend diskutierten Cornelia Mannewitz (Personalrätin in Mecklenburg-Vorpommern), Matthias Neis (ver.di, Fachbereich Bildung, Wissenschaft und Forschung, Berlin/Brandenburg), Martin Nitschke (Personalrat in Mecklenburg-Vorpommern) und Sonja Staack (Referentin für Hochschule und Forschung beim GEW Hauptvorstand) mit den anwesenden Kolleg*innen über die Beziehung der Lehrbeauftragten zu den Personalräten und den Gewerkschaften. Die negativen Folgen der Arbeit mit Lehraufträgen sind bekannt: Nur die Unterrichtseinheiten werden vergütet. Die Vor- und Nachbereitungen sowie sämtliche Korrekturen und die Arbeitstreffen sind abgegolten; die Aufträge sind für ein Semester; die Beiträge zur Krankenkasse und Rentenversicherung tragen wir zu 100%; bei Krankheit, Mutterschaft und in den Semesterferien werden wir nicht bezahlt. Zudem sind die Lehrbeauftragten keine Arbeitnehmer*innen: Daher verfügen sie nur in seltenen Fällen über anerkannte Vertretungsstrukturen. Das trifft auf allen Ebenen der Vertretung zu: innerhalb der Spracheinrichtungen, in den Personalräten sowie in der akademischen Selbstverwaltung. Dazu gibt es Ausnahmen, z.B. in NRW vertreten die Personalräte die Lehrbeauftragten, die mindestens 4 SWS unterrichten. Mehr dazu hier und auch hier.

Zudem unterstützen einige Personalräte informell die Anliegen der Lehrbeauftragten und helfen ihnen beim Aufbau eigener Vertretungsstrukturen, wie in Mecklenburg-Vorpommern. Siehe hier.

Viele prekär Beschäftigte im Bildungswesen denken, dass sich die Gewerkschaften nur für die Anliegen der Angestellten einsetzen, und einige denken sogar, dass prekär Beschäftigte gar nicht in die Gewerkschaften dürfen oder dass die Beiträge zu hoch sind. Sicher ist das Verhältnis zwischen Gewerkschaften und prekär Beschäftigten kein leichtes, aber in den letzten Jahren haben sich diese Einstellungen von beiden Seiten geändert, wie Matthias Neis und Sonja Staack berichteten. Als Beispiel der Organisation der Honorarlehrkräfte wurde u.a. der Kampf der Honorarlehrkräfte am Goethe Institut für einen Tarifvertrag erwähnt. Mehr dazu hier.

Nach der Podiumsdiskussion begann der Abschnitt zur internen Organisation, der am Sonntag Vormittag vorgesetzt wurde. Teilgenommen haben zwischen 15 und 20 Sprachlehrbeauftragte. Am Sonntag Vormittag hatte die BKSL einen Berliner Vertreter der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (BKLM) zu Gast. Unter großer Aufmerksamkeit stellte der Kollege die Entstehungsgeschichte und die gegenwärtige Arbeit dieser Gruppe dar, deren „Frankfurter Resolution“ drei Kolleginnen der FU-Berlin zur Gründung der Bundeskonferenz der Sprachlehrbeauftragten angestoßen hat.

Die Bundeskonferenz der Sprachlehrbeauftragten hat ein Sprecher*innengremium gewählt, das aus zwei Sprecherinnen (Sandra Vogt aus Mecklenburg-Vorpommern und Linda Guzzetti aus Berlin-Brandenburg) und vier Stellvertreter*innen besteht. Sie werden bis zum nächsten Treffen der BKSL – voraussichtlich in einem Jahr – im Amt bleiben. Zudem hat sich eine neue, interessante Perspektive für die Organisation und die Rolle der BKSL eröffnet: Die BKSL hat einstimmig beschlossen zu beantragen, sich dem GEW-Bundesvorstand als Projektgruppe anzuschließen. Zuletzt wurde beschlossen, dass das Sprecher*innengremium „Mindeststandards“ für den Umgang der Einrichtungen gegenüber den Lehrbeauftragten erarbeiten wird, mit dem Ziel, dass diese in „Dienstvereinbarungen“ bzw. „Verhaltenscodices“ der Einrichtungen aufgenommen werden. Die „Mindeststandards“ werden durch eine Initiative im Sommersemester 2014 öffentlich vorgestellt. Am 22.2.14 wird ein Vorbereitungstreffen in Leipzig stattfinden. Alle Anwesenden waren zufrieden mit dem Treffen: Das lässt optimistisch in die Arbeit der kommenden Monate blicken, trotz der Schwierigkeiten, die uns sicher begegnen werden. Die Protokolle des öffentlichen und des internen Teils sind hier als pdf  zu lesen:

Protokoll_BKSL_26_10_13_öfftl.Teil

Protokoll_BKSL_27_10_13_nicht_öffentl_Teil

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Eingeordnet unter Organisation, Personalrat, Vertretung, Wichtige Dokumente

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