Erfahrungsbericht aus Leipzig

leipzigAuslöser war die Einladung zur 1. BKSL im Oktober 2012, an der ein Kollege teilnahm sowie ein Brief von KollegInnen des Sprachenzentrums, die ihre Unzufriedenheit über die Arbeitsbedingungen am Sprachenzentrum zum Ausdruck brachten, jedoch wurde eine Diskussion zu diesem Thema während der  Versammlung zu Semesterbeginn im Oktober 2012 weitgehend unterdrückt.
Erstes Treffen der Honorarlehrkräfte fand in kleinster Runde statt und wir tauschten uns erst einmal über unsere Arbeitssituationen aus.
Ein Forum wurde eingerichtet, auf dem wir uns austauschen konnten sowie aktuelle Informationen in Umlauf brachten. Sehr schnell zeigte sich, dass die meisten KollegInnen sehr frustriert waren wegen der Arbeitsbedingungen, Einige sahen keine Möglichkeiten, Veränderungen herbeizuführen. Die Anzahl der Engagierten reduzierte sich sehr schnell auf 5-6 KollegInnen, was mich persönlich hin und wieder sehr frustrierte. Wir begannen uns in Abständen von ca. 4-6 Wochen im Café nahe der Uni zu treffen, um zu beratschlagen, wie wir unsere Situationen verbessern könnten und verteilten Aufgaben.
Ein Forderungskatalog wurde erarbeitet, den die meisten KollegInnen unterschrieben, allerdings war es auch hier schwierig, KollegInnen zu erreichen. Wir haben einige vor oder nach ihrem Unterricht gebeten, die Forderungen mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Danach ersuchten wir den Leiter des Sprachenzentrums um einen Termin, um mit ihm unsere Situation und Forderungen zu besprechen und nach Lösungen zu suchen. Sehr schnell hörten wir einen Satz, der uns seitdem fast überall begegnet „Uns sind leider die Hände gebunden.“ Der Leiter des SZ sagte uns seine passive Unterstützung zu, wenigstens hätte unser Engagement keinen negativen Konsequenzen bei der weiteren Vergabe von Lehraufträgen.
Anschließend baten wir die Rektorin der Uni Leipzig um einen Termin, der im September 2013 in Anwesenheit des Prorektors und des Leiters des SZ stattfand. Wir überreichten unseren Forderungskatalog, diskutiert wurde jedoch vorwiegend über weitere Kürzungen am SZ, um die verbleibenden DozentInnen besser zu bezahlen. Wiederholt wurden auf die verordneten Einsparungen des sächsischen Finanzministeriums hingewiesen. Die Rektorin sagte zu, bis Ende des Jahres sich schriftlich zu unseren Forderungen zu äußern. Konkretere Lösungsansätze blieben aus.
Im Sommer 2013 nahmen wir ersten Kontakt mit anderen auf, um uns zu vernetzen. Kontakt wurde mittlerweile hergestellt mit dem Lehrbeauftragtenrat der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig, mit der Mittelbauinitiative in Dresden, mit GEW Mitgliedern in Leipzig, einem SPD-Abgeordneten des sächsischen Landtages  sowie einer Abgeordneten der Grünen.
Dann haben wir im September 2013 eine Liste über Fakultäten/Institute der Uni Leipzig zusammengestellt, um weitere Lehrbeauftragte zu kontaktieren. Am 7.Oktober haben wir zur ersten Vollversammlung der Honorarlehrkräfte der Uni Leipzig eingeladen. Es war sehr schwierig, die KollegInnen zu kontaktieren, da die meisten auf den Homepages der Institute nicht explizit aufgeführt werden, nicht alle Sekretariate unsere Einladung weiterleiteten und nicht viele antworteten. Auch klebten wir Plakate in der Uni, um über den Termin der Vollversammlung zu informieren. Leider sind nur wenige zur Vollversammlung erschienen, wir haben uns erst einmal über unsere Situationen ausgetauscht. Zudem haben wir beschlossen, uns im Januar 2014 wieder zu treffen, angestrebt wird die Wahl eines Lehrbeauftragtenrates für die Uni Leipzig.
Mittlerweile haben wir eine Mailadresse, die unsere schriftlichen Kontakte vereinfacht.
Ende Oktober 2013 nahmen wir an einem Treffen des Studentenrates (STURA) teil, wir machten die StudentenvertreterInnen mit unseren Arbeitssituationen bekannt und forderten Unterstützung, z.B. für konkrete Aktionen wie einen Aktionstag an der Uni. Der STURA zeigte Verständnis, berichtete von eigenen Strukturproblemen und sagte uns lediglich Unterstützung bezüglich Nutzung von Räumlichkeiten und Strukturen zu. Eine niederschmetternde Ergebnis, hatte ich mir doch mehr Interesse und Engagement erhofft!
Einige von uns sind nun in der GEW, wir möchten verstärkt die Erfahrungen der Gewerkschaft bei der Durchsetzung von Forderungen für unsere Initiative nutzen.
In der Novemberausgabe der Uni-Zeitung „Student“ erschien ein Artikel über uns, jedoch benötigen wir noch viel mehr Öffentlichkeit.
Ein persönliches Fazit: Vor unserem Zusammenschluss habe ich mich als Honoradozentin isoliert und  machtlos gefühlt. Die Solidarität mit den KollegInnen ist für mich die wichtigste Erfahrung, sie beugt einer Depression vor, auch wenn wir bisher nur wenige Erfolge verbuchen können.
Wie alle anderen KollegInnen habe auch ich wenig Zeit für zusätzliche Aktivitäten, jedoch ist es unerlässlich für die eigene Wertschätzung geleisteter Arbeit, angemessene Bezahlung einzufordern.

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