Aufruf zum bundesweiten Aktionstag der Lehrbeauftragten am 6. November 2014

bksl_kleinLiebe Kolleginnen und Kollegen,

wir rufen alle Lehrbeauftragten zu einem Aktionstag am 6. November 2014 auf. Der Aktionstag soll schon im Laufe des Sommersemesters 2014 vorbereitet werden.

 

Die prekäre Situation öffentlich machen
Die prekäre Situation der Lehrbeauftragten an den Hochschulen gerät immer mehr in die öffentliche Diskussion. Hochschulen und Politik können bei der überwältigenden Zahl von bundesweit 90.000 Lehrbeauftragten1 nicht mehr wegschauen und das Problem nicht mehr kleinreden. Jetzt brauchen wir eine Öffentlichkeit, die mit uns sympathisiert, uns unterstützt und mit der wir den Druck auf die Entscheidungsträger erhöhen können. Zudem brauchen wir an den Hochschulen Partner*innen, die mit uns im Gespräch sind. Deswegen rufen wir zu einem bundesweiten Aktionstag auf, auf dem wir die Öffentlichkeit über die Situation der Lehrbeauftragten informieren und Forderungen an die jeweiligen Hochschulen und Landesregierungen stellen wollen.

Zentrale und lokale Forderungen
1. Dauerstellen für Daueraufgaben.
2. Erhöhung des Honorars in Anlehnung an die Vergütung nach TV-L bzw. die Beamtenbesoldung der hauptamtlichen Beschäftigten, die vergleichbare Aufgaben erfüllen.
3. Mitbestimmung in den Gremien der Hochschulen durch aktives und passives Wahlrecht der Lehrbeauftragten.
4. Aktives und passives Wahlrecht der Lehrbeauftragten für die Personalräte. Vertretung der Lehrbeauftragten durch die Personalräte.
5. Verbot von unbezahlten Lehraufträgen.

Darüber hinaus sollen an den jeweiligen Hochschulen Forderungen zu spezifischen Zielen gestellt werden.

Diese Forderungen sind für alle Lehrbeauftragten zutreffend. Sie können daher von allen Lehrbeauftragten an Sprachenzentren, an Musikhochschulen und allen anderen Fakultäten/Fachbereichen mitgetragen werden. Darüber hinaus sind diese Forderungen anschlussfähig für Gremienvertreter*innen der Hochschulen, Personalräte, Studierendenvertretungen sowie Gewerkschaften.

Orte der Aktionen
An jeder Hochschule soll es Aktionen geben, die unterschiedlich gestaltet werden können: Stände mit Plakaten und Transparenten sowie Informationsmaterial über die Lehrbeauftragten können aufgestellt und Flyer verteilt werden, etc.
Am Nachmittag soll es eine zentrale, medienwirksame Aktion geben, z.B. vor dem Landtag mit symbolischer Übergabe der Forderungen an das Bildungsministerium, die von Performances und Kundgebungen begleitet werden können. Als kritische Demonstrationsmasse sind hierfür wenigstens 50 Personen erstrebenswert.

Partner*innen an den Hochschulen und in den Gewerkschaften
Die BKSL (Bundeskonferenz der Sprachlehrbeauftragten) ruft zum bundesweiten Aktionstag auf und sucht auf lokaler, Landes- und Bundesebene nach Partner*innen, die sich an diesem Aufruf beteiligen.
Die GEW und ver.di werden uns unterstützen. Weiterhin wird die Deutsche Orchester Vereinigung um Unterstützung gebeten.
Bei ver.di ist das Netzwerk „Fairspektive“ hilfreich, um Kontakte zu knüpfen: http://fairspektive.de/

Die Organisation des Aktionstags soll zum Anlass genommen werden, um innerhalb der Abteilungen Wissenschaft der GEW AG-Lehrbeauftragte entstehen zu lassen, wie in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Die AGs Lehrbeauftragte sollten bei den Landesvorständen der GEW beantragen, dass die GEW sich an dem Aufruf beiteiligt und ihn unterstützt, wie in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.

Darüber hinaus sollten wir alle anderen losen und festen Interessenvertreter*innen von Lehrbeauftragten und die Mittelbauinitiativen an den Hochschulen für den Aktionstag gewinnen. Insbesondere werden die lokalen Angehörigen der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen in die Organisation des Aktionstags einbezogen.

Wir sollen den Gremienvertreter*innen des Mittelbaus in den akademischen Senaten und den Mitgliedern der Personalräte schon im SoSe 14 vorschlagen, sich mit den Arbeitsbedingungen der Lehrbeauftragten zu beschäftigen. Sie sollen in ihren Gremien Informationsfragen und Anträge darüber stellen. Da Frauen die größte Gruppe der Lehrbeauftragten bilden, soll auch mit den Frauen- bzw. Gleichstellungsbeauftragten der Hochschulen Kontakt aufgenommen und deren Unterstützung gesichert werden.

Auch die Vertreter*innen der anderen Statusgruppen, insbesondere die Studierendenschaft, sollen einbezogen werden. Wo ein Personalrat der studentischen Beschäftigten existiert, soll auch mit ihm Kontakt aufgenommen werden.

Außerhalb der Hochschulen soll der Aufruf den organisierten Prekären/Freien im Bildungswesen (z.B. „Butter und Brot“, „freie Lehrer“, VHS-Dozent*innen, Musikschuldozent*innen ) geschickt werden. Auch mit dem DGB soll auf lokaler Ebene Kontakt aufgenommen werden.

Ideenwettbewerb für Aktionen und Slogans
Für den 6.11. brauchen wir Ideen für Aktionen, die medienwirksam inszeniert werden können und mit denen die Öffentlichkeit sympathisieren kann. Wir brauchen auch Slogans, die die Aktionen begleiten. Wer hat die besten Ideen?
Anregung geben die Aktionen der Freien beim Goethe-Institut unter den Links:
http://www.youtube.com/watch?v=7XiLYdo7xK8
http://www.gew.de/Hey_Teacher.html
http://www.gew.de/Goethe-Institut_2.html

das Sprecher*innengremium der BKSL

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5 Kommentare

Eingeordnet unter Aktionstag der Lehrbeauftragten, 6.11.2014, Organisation

5 Antworten zu “Aufruf zum bundesweiten Aktionstag der Lehrbeauftragten am 6. November 2014

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  4. Udo Baumgartner

    Mir scheint es schwierig, diesen Aktionstag allen Lehrbeauftragten bekannt zu machen. Hat sich jemand über dieses Problem Gedanken gemacht?

    • Linda Guzzetti

      Lieber Udo Baumgartner,
      ja, es ist sehr schwer, die Lehrbeauftragten auch nur zu informieren.
      Daher haben wir nicht den Anspruch, alle zu mobilisieren, sondern Forderungen auf zu stellen, die für viele von uns eine deutliche Verbesserung darstellen.
      Als Bundeskonferenz der Sprachlehrbeauftragten haben wir vom Anfang an nach Verbundeten gesucht. Die Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikschulen, die GEW und die DOV (Deutsche Orchestervereinigung) rufen zusammen zum Aktionstag auf. Auch in anderen Kreisen gibt es ein wachsender Interesse.
      Der Aktonstag am 6.11. wird ein erster Schritt sein, hoffentlich werden weitere folgen.
      Viele Grüße, Linda Guzzetti

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