Hinweise zur Kontaktaufnahme mit den dezentralen und zentralen Frauen- bzw. Gleichstellungsbeauftragten

gleichstWir ermutigen alle Kolleg*innen, mit den dezentralen und zentralen Frauen- bzw. Gleichstellungsbeauftragten ihrer Hochschule so bald wie möglich Kontakt aufzunehmen. Wo vorhanden sollen sie sich zusätzlich an die Vertreter*innen ihrer Statusgruppe im Frauenrat ihrer Hochschule wenden.

Ziel ist, die lokalen Frauen- bzw. Gleichstellungsbeauftragten

–          auf die Lage der Lehrbeauftragten aufmerksam zu machen,

–          ihre Unterstützung für den Aktionstag zu gewinnen,

–          und mit ihnen konkrete, den lokalen Umständen angepasste Unterstützungsformen zu erarbeiten.

Hinweis:

In den Ländern, wo die Lehrbeauftragten Mitglied der Hochschule sind und das aktive Wahlrecht ausüben, wählen sie auch die dezentralen und zentralen Frauenbeauftragten.

Die Lehrbeauftragten sollten Gewählte daran erinnern, dass sie diese Personengruppe zu vertreten haben.

Wo Lehrbeauftragte Angehörige der Hochschule sind, sollen sie die Frauen- bzw- Gleichstellungsbeauftragten daran erinnern, dass sie in den Bereichen

–          Beseitigung bestehender Nachteile für Frauen aus allen Bereichen der Hochschule und Verbesserung der Chancengleichheit von Frauen

–          Sensibilisierung über strukturelle Benachteiligungen beider Geschlechter

–          Vereinbarkeit von Familie und Beruf mitwirken können und sollen.
Argumentationshilfe

Wie hinreichend belegt, übernehmen Lehrbeauftragte an Hochschulen mittlerweile in vielen Bereichen einen Großteil der Pflichtlehre. Ein signifikanter Anteil der Lehrbeauftragten kommt jedoch nicht aus sozialversicherten regulären Arbeitsverhältnissen und ist auf die Vergütung angewiesen[1]. Dabei leben sie in äußerst prekären „Nicht-Beschäftigungsverhältnissen“, welche mit Hinweis auf die schlechten Haushaltssituation der Universitäten geduldet und aufrechterhalten werden.

Gleichzeitig sind die Hochschulen dazu aufgefordert, die EU-Strategie zum Gender Mainstreaming umzusetzen, eine familienfreundliche Hochschule zu ermöglichen und Gender-Kompetenz zu fördern.

Ähnlich wie im Minijob-Bereich sind Frauen und Männer von dieser Situation betroffen, jedoch nicht gleichermaßen. Da wo Daten vorliegen, bestätigen sie, dass Frauen die Mehrheit der Lehrbeauftragten bilden, was eine geschlechtsspezifische Arbeitsteilung im Bildungs- und Hochschulbereich samt ihrer ungleichen Aufstiegschancen widerspiegelt.

Hinzu kommt, dass weibliche Lehrbeauftragte mit einer traditionellen Geschlechterrolle konfrontiert werden, wonach ein Lehrauftrag ein freiwilliger Zuverdienst wäre und ein – meist männlicher – Partner im Hintergrund den Lebensunterhalt sichern würde.

Bei schwangeren Lehrbeauftragten greift das Mutterschutzgesetz nicht, da sie nicht als Beschäftigte der Hochschule gelten; ob sie nach der Schwangerschaft oder einer Elternzeit erneut einen Lehrauftrag bekommen werden, kann ihnen nicht zugesichert werden.

Zusätzlich erschwerend ist die Tatsache, dass in allen Ländern (mit der Ausnahme von Nordrhein-Westfalen) die Lehrbeauftragten nicht personalrechtlich von den Personalräten vertreten werden.

Mögliche Formen der Unterstützung

Öffentlichkeit schaffen:

–          Hinweis auf den Aktionstag auf der Webseite der Frauen- bzw. Gleichstellungs-beauftragten

–          Veröffentlichung eines Artikels in einer Publikation der Frauen- bzw. Gleichstellungsbeauftragten

–          Einladung einer LB-Vertreterin zum Plenum der Frauenbeauftragten (wo ein solches vorhanden ist).

Innerhalb der Hochschule

–          können sich die Frauen- bzw. Gleichstellungsbeauftragten dafür einsetzen, dass eine Novellierung der Dienstvereinbarung / Richtlinien über Lehraufträge erwirkt wird,

–          sowie dafür, dass Lehrbeauftragte in den Frauen- bzw. Gleichstellungsförderplänen angemessen berücksichtigt werden.

Weitere mögliche Ansprechpartner*innen

Bezirkliche bzw. kommunale Frauen- oder Gleichstellungsbeauftragte

Weiterführende Links

–          Bundeskonferenz der Frauenbeauftragten und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (BuKoF), http://www.bukof.de/

–          Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) http://www.frauenbeauftragte.de/

–          Link zu den Landesarbeitsgemeinschaften der jeweiligen Bundesländer (Zusammenschluss der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten):

http://www.frauenbeauftragte.de/landesarbeitsgemeinschaften/

 [1]              Der Personalrat für die wissenschaftlich Beschäftigten der Universität Rostock hat z.B. erhoben, dass 65% der Lehraufträge Pflichtlehre ist; auch die Antwort des Berliner Senats auf eine Kleine Anfrage über die Lehrbeauftragten an den Berliner Hochschulen, die der Abgeordnete Lars Oberg (SPD) im November 2013 gestellt hatte, bestätigt dies.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Aktionstag der Lehrbeauftragten, 6.11.2014

2 Antworten zu “Hinweise zur Kontaktaufnahme mit den dezentralen und zentralen Frauen- bzw. Gleichstellungsbeauftragten

  1. Pingback: Zur Organisation des bundesweiten Aktionstags | Bundeskonferenz der Sprachlehrbeauftragten

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