Hinweise bei der Kontaktaufnahme mit den Personalräten

PratFür einen erfolgreichen Aktionstag brauchen wir eine Öffentlichkeit, die mit uns sympathisiert, uns unterstützt und mit der wir den Druck auf die Entscheidungsträger*innen erhöhen können: Dabei spielen die Partner*innen an den Hochschulen eine wichtige Rolle.

In den Personalversammlungen – sowie in den akademischen Senaten und bei den Treffen der Frauenbeauftragten – sollen Anträge gestellt werden, in denen die Arbeitsbedingungen der Lehrbeauftragten thematisiert werden und der Aktionstag unterstützt wird. Hier ist ein Modell für Anträge bei den Personalversammlungen.

Ein erster Schritt wird sein, dass sich die lokalen Orga-Gruppen zum Aktionstag beim (wissenschaftlichen) Personalrat sowie beim Personalrat der studentischen Beschäftigten (so weit vorhanden) melden.

I) Bei der Kontaktaufnahme mit dem Personalrat/den Personalräten der eigenen Hochschule muss berücksichtigt werden, dass die Lehrbeauftragten laut Personalvertretungsgesetz aller Bundesländer – mit der Ausnahme von Nordrhein-Westfalen – nicht in den Beteiligungsbereich des Personalrats gehören.

a) Aber es soll betont werden, dass ureigenste Anliegen und Interesse von Personalräten ist, die Arbeitsbedingungen an den Hochschulen zu verbessern sowie die Einhaltung der Gesetze zu überwachen.

Es ist ein Nachteil für alle Arbeitskräfte, wenn ein Teil der Kolleg*innen mit einer sehr niedrigen Vergütung und ohne jegliche Sozialversicherung tätig sind. Es kann auch daran erinnert werden, dass die Lehre kein Randbereich der Hochschule darstellt, der ohne weiteres externalisiert werden darf.

b) Mittelfristig ist wünschenswert, dass der Beteiligungsbereich der Personalräte auf die Lehrbeauftragten erweitert wird nach dem Beispiel von Nordrhein-Westfalen. Das ermöglicht u.a., dass die Bestimmungen über unsere Arbeitsbedingungen über Dienstvereinbarungen anstatt durch einseitige Richtlinien der Landesministerien bzw. der einzelnen Hochschulen geregelt werden.

Die Dienstvereinbarung an der Uni-Bochum stellt ein erstes positives Beispiel dar:  https://sprachlehrbeauftragte.wordpress.com/2014/03/11/dv-bochum/

c) Je nach Bereitschaft des lokalen Personalrats kann das Thema der Änderung des Personalvertretungsgesetzes gleich angesprochen oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

II) Unsere Bedingungen widersprechen einem Grundsatz der Tätigkeit der Personalräte, dass, wer Daueraufgaben ausführt, fest angestellt werden muss. Daher ist in den Briefen und Treffen mit den Personalräten zu klären, dass

– wir zentrale Aufgaben für den Hochschulbetrieb erledigen. Dabei ist wichtig, den Anteil der Lehre bekannt zu machen, den wir abdecken, am besten getrennt nach Fakultäten und Sprachenzentrum. Genauere Zahlen können die Personalräte selbst über die Hochschulleitungen bzw. die Personalverwaltungen anfordern, damit belastbares Zahlenmaterial über die jeweilige Hochschule vorliegt. Hier kann auch in Erfahrung gebracht werden, welcher Anteil der Pflichtlehre durch Lehraufträge abgedeckt wird und auch wie lange diese Daueraufgaben in der Lehre erbracht werden.

– wir nur für die Unterrichtseinheiten vergütet werden, d.h. dass wir nicht vergütet werden, wenn der Unterricht nicht stattfindet unabhängig von den Gründen (Krankheit, Feiertage, Semesterferien, Mutterschaft etc.).

– wir die Kosten der Sozialversicherung alleine tragen. Bis auf vereinzelte Ausnahmen zahlen die Hochschulen keinen Arbeitgeberanteil, da eben die Fiktion gilt, dass wir externe Expert*innen sind. Zudem werden wir für die Krankenversicherung als „Freiberufler*innen“ eingestuft, was höhere Beiträge mit sich bringt.

III) Der Aktionstag zielt darauf, diese Missstände zu bekämpfen.

Daher bitten wir den Personalrat, bei der Personalversammlung einen Antrag zur Unterstützung des Aktionstags zu stellen oder zu mindestens unsere Arbeitsbedingungen kritisch zu betrachten.

IV) Die Themen bei den Personalräten der studentischen Beschäftigten sind ähnlich mit der Ausnahme der Änderung des Personalvertretungsgesetzes, damit wir vertreten werden.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Aktionstag der Lehrbeauftragten, 6.11.2014

2 Antworten zu “Hinweise bei der Kontaktaufnahme mit den Personalräten

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