Gesetzliche Höchst- und Mindesthonorarsätze für die Lehraufträge

imagesIm Landtag von Baden-Württemberg hat am 18. 12. 2014 die CDU-Abgeordnete Viktoria Schmid einen Antrag auf Informationen über die Lehrbeauftragten gestellt, welche die grün-rote Landesregierung am 16. 02. 2015 beantwortet hat, wie hier zu lesen ist.

Sehr lesenswert sind die Seite 5 mit der Entwicklung der Zahlen der Lehrbeauftragten an den Hochschulen in Baden-Württemberg und die folgende Auflistunge der Mindest- und Höchstsätze für die Vergütung der Lehraufträge in allen Bundesländern.

Auf Seite 5 wird gezeigt, dass sich im Zeitraum von 2004 bis 2013 die Zahl der Lehrbeauftragten fast vervierfacht und die der Privatdozent*innen mehr als verdoppelt hat. Darüber schreibt die Landesregierung, dass „der Anstieg der Lehrbeauftragten von 2008 auf 2009 auf der Aufnahme der Dualen Hochschule beruht“. Sie sagt aber nicht, wie die weitere Zunahme bis 2013 zu erklären ist.

Die Landesregierung beharrt auf der üblichen Aussage, dass niemand von Lehraufträgen lebt: „Ein „Haupterwerb“ als Lehrbeauftragter kommt aufgrund der bestehenden Regelungen nicht in Betracht. Den Lehrbeauftragten ist es ohne Einverständnis des Wissenschaftsministeriums untersagt, an mehreren Einrichtungen des Landes gleichzeitig Lehraufträge wahrzunehmen. Die bestehenden Höchstgrenzen hinsichtlich des Umfangs eines einzelnen Lehrauftrages verhindern, dass ein Lehrauftrag einen klassischen „Haupterwerb“ darstellt.“ Dieser letzte Satz kann stimmen: Für viele Kolleg*innen handelt es sich dabei leider nicht um einen  „klassischen Haupterwerb“, sondern um einen Flickenteppich von prekären Beschäftigungen bei verschiedenen Einrichtungen.

Danach (S. 6 ff.) findet sich die Auflistung der landesrechtlichen Vorgaben für die Vergütung  von Lehrbeauftragten in €/ Std., die der deutsche Hochschulverband erstellt hat. Diese Zahlen sind auch hier zu lesen: http://www.hochschulverband.de/cms1/fileadmin/redaktion/download/pdf/info_blaetter/info0109.pdf

In diesen Tabellen kommen je nach Landesgesetz entweder Obergrenzen („bis zu“)  oder Untergrenzen oder Regelsätze. Dadurch entsteht kein klares Gesamtbild, aber es steht außer Frage, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben: Vergütung in Höhe von 16,90 € pro Unterrichtseinheit existieren noch und Höchstsätze von 36,69 € sind verbreitet.

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