10 Jahre Integrationskurse – Demonstration in Bonn

Am 28.05.2015 hat eine Arbeitsniederlegung und Demonstration der Lehrkräfte in Integrationskursen in Bonn stattgefunden:

http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/bonn/bonn-zentrum/Sprachlehrer-beklagen-Fronarbeit-article1642634.html

Demo-Arbeitsbedingungen-in-Integrationskursen-Bonner-Offener-Kreis10 Jahre Integrationskurse werden als ein Erfolg vom Bundesinnenministerium gefeiert. Die Lehrkräfte werden aber als nebenberuflich Selbstständige auf Honorarbasis mit Dumpinghonoraren abgespeist.  Am 17.6.15 fand eine Protestaktion statt, auch in Berlin.

Ihre Forderungen sind: eine Festanstellung mit einem Gehalt, das der akademischen Ausbildung, der sozialen Kompetenz, der gesellschaftlich wichtigen Aufgabe und auch den wachsenden Ansprüchen, die an die Dozent*innen gestellt werden, angemessenen ist.

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Arbeitsbedingungen, Honorar

3 Antworten zu “10 Jahre Integrationskurse – Demonstration in Bonn

  1. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) reagierte auf die Demonstration in Bonn folgendermaßen: Lt. der BAMF-Richtlinien rechnet das BAMF mit dem Träger nur 100% geleistete Module ab. Fehlen also wegen der Teilnahme an der Demonstration 2 von 100 geleisteten Unterrichtseinheiten (UE), werden auch die 98 geleisteten UE nicht abgerechnet. Bei einem Träger werden somit wegen des Demonstrationstages sieben komplette Module nicht mit dem Träger abgerechnet, obwohl sie zu 98% geleistet worden sind. Natürlich kann der Träger dann auch die Honorare der Lehrkräfte nicht bezahlen. Die Lehrkräfte können aber nicht bis zu zwei Monaten oder länger auf ihr Honorar verzichten und sind also gezwungen, die wegen der Teilnahme an der Demonstration ausgefallenen UE nachzuholen.
    Das BAMF schränkt damit indirekt die Grundrechte der Lehrkräfte ein, sich im Kampf für bessere Arbeitsbedingungen öffentlich zu versammeln und demonstrativ die Meinung zu äußern, unter prekären Arbeitsbedingungen im Dienste der Bundesregierung beschäftigt zu sein und mit dieser Demonstration den Bundesminister des Innern und das BAMF unter Druck zu setzen.
    Außerdem: Das BAMF hat als „Kunde“ beim Kursträger Integrationskurse in Auftrag gegeben. Der kann diesen Auftrag nur zu 98% leisten, weil „höhere Gewalt“ – dazu zählen auch Streiks – ihn daran gehindert hat. Der „Kunde“ hat bei „höherer Gewalt“, wofür der Auftragnehmer ja nichts kann, keine Ansprüche – müsste also dem Auftragnehmer zumindest den geleisteten Dienst (98%) bezahlen, wenn nicht gar das ganze Modul (100%). Gilt das auch im Fall der Lehrkräfte? Vermutlich nicht, denn für „versklavte“ Lehrkräfte auf billiger Honorarbasis beschäftigt, gilt nichts, was bei anderen Arbeitsverhältnissen selbstverständlich und nur nur recht und billig wäre. Der Bund, hier als Monopolist, kann sich´s ja erlauben!

    von Stephan Pabel

  2. Pingback: Protestaktionen der Honorarlehrkräfte in den Integrationskursen | Bundeskonferenz der Sprachlehrbeauftragten

  3. Pingback: Protestaktion der Dozent*innen in den Integratiosnkursen | Vernetzungsblog Prekäres Wissen

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