Honorarlehrkräfte auf der Straße, am 21.11.15 in Berlin

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Eine Aktion gegen Unterbezahlung und mangelhafte Absicherung bei Krankheit und im Alter hat am Samstag, d. 21. November 2015, erfolgreich stattgefunden. Dazu haben mehrere Gruppen von Honorarlehrkräften mit der Unterstützung von ver.di Berlin-Brandenburg und der GEW BERLIN aufgerufen.

Vor der Expo-Lingua, einer großen Sprachenmesse in der Friedrichstraße in Berlin, waren gegen 12 Uhr schon zahlreiche Honorardozent*innen aus Volkshochschulen, Hochschulen, Alphabetisierungs- sowie Integrationskursen, aus privaten Schulen, etc.; so konnte die Aktion anfangen.

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Im Laufe der zweistündigen Aktion haben sich Musik und Reden abgewechselt. Die Samba-Gruppe der GEW hat mit Trommeln und anderen Instrumenten auch dieses Mal die Honorardozent*innen effektiv unterstützt. Sie haben dafür gesorgt, dass die Teilnehmenden mitspielten, mittanzten und Spass hatten, und gleichzeitig dafür, dass die Besucher*innen der Expo-Lingua die Aktion nicht überhören konnten. 21.11.15-9

Mehrmals ist der Rap der Lehrbeauftragten ausgeführt worden. Der Slogan „Gleicher Lohn für gleich Arbeit, das ist fair“ ist nach einem neuen, effektiven Rhythmus und abwechselnd auf Deutsch und auf Englisch „Equal pay for a working day“ skandiert worden.

Zudem hat ein Saxophonquartett, bestehend aus vier Studierenden aus der Klasse von Detlev Bensmann, einem Lehrbeauftragten an der UdK, für die versammelten Honorarlehrkräfte „Premier quattuor“ von Jean Babtiste Singelée (1855) gespielt. Sie haben nicht nur gut gespielt, sondern sie haben damit auch Solidarität gegenüber ihrem Dozenten gezeigt.21.11.15-10

Es gab mehrere Redebeiträge. Vertreter*innen der Gruppen der Honorarlehrkräfte haben die eigene Situation und Ziele sowie die Gemeinsamkeiten aller Honorarlehrkräfte dargestellt. Bei den Dozent*innen an den Volkshochschulen, Musikschulen und am Goethe-Institut ist der Kampf für einen Tarifvertrag angesagt, aber die Gegenseite, der Berliner Senat und der Vorstand des Goethe-Instituts, weigert sich zu verhandeln. Vertreter*innen der Musik- und Sprachlehrbeauftragten sowie von Berlin LW GAS (Freelance Language Workers) haben auf die Lage und die Erwartungen ihrer Gruppen hingewiesen.

Es gab auch Solidaritätsbeiträge von drei Kolleg*innen aus der Initiative „Keine prekäre Arbeit und tariffreien Bereiche im Verantwortungsbereich des Landes Berlin.“ In vielen Arbeitsbereichen verursacht die Politik des Berliner Senats Tarifflucht, Lohndumping und ungesicherte Arbeitsverhältnisse; das geschieht im Bildunsgbereich, aber auch in den Krankenhäusern, in den sozialen und pädiatrischen Diensten, am botanischen Garten, am technischen Museum etc.

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Zuerst hat die Aktion auf dem Bürgersteig stattgefunden. Mit der Polizei war vereinbart worden, dass sie die Straße blockieren würde, falls die Anzahl der Teilnehmenden dies erforderlich machen würde. Gegen 13 Uhr waren über ein Hundert gekommen und so konnte das Saxophonquartett mitten auf der Friedrichstraße spielen. Anschließend hat sich ein Ringeltanz nach dem Rhythmus von „Gleicher Lohn für gleich Arbeit“ entwickelt.

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Schon vor und dann während der Aktion haben einige Kolleg*innen Flyer der diversen Gruppen verteilt. Als es gegen 13:45 Uhr nach leichtem Regen aussah, waren noch wenige Flyer auf dem Tisch übrig, die geräumt werden sollten.

Mit den Aktionen am 5.10.15 (Weltlehrertag) und vor der Expo-Lingua am 21.11.15 haben die Honorarlehrkräfte in Berlin eine Kampagne gegen die niedrigen Honorare und die mangelhafte Absicherung bei Krankheit und im Alter gestartet. Der Weg ist sicher noch lang und nicht leicht, aber es ist gut, dass viele Kolleg*innen gezeigt haben, zusammen halten zu wollen.

Hier ist der Link zum kurzen Abendschau-Beitrag: https://www.rbb-online.de/abendschau/archiv/20151121_1930/Nachrichten1.html

Fotos von Paula Ulloa, Mathias Adelhoefer, Paul Walsh.

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Eingeordnet unter Aktionswoche 2015, Erfolge

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