Lehrbeauftragte an Sprachenzentren der Hochschulen in Niedersachsen

uni_oldenburg_2In Niedersachsen haben die Sprachlehrbeauftragten einen Erfolg erreicht: Das Land hat die Lage der Sprachlehrbeauftragten untersucht und die Hochschulen aufgefordert, für die Sprachausbildung Stellen einzurichten. Das geschieht aber in erster Linie für DaF, Englisch und – teilweise – Spanisch. Die prekäre Lage der Dozent*innen anderer Sprache bleibt unverändert. Eine interessante Frage ist jetzt, ob dies eine niedersächsische Entwicklung oder einen bundesweiten Trend darstellt.

Die Geschichte fing im November 2014 an, als sich eine Gruppe von Lehrbeauftragten am Sprachenzentrum der Uni-Oldenburg an den niedersächsischen Landtag gewandt hat mit den folgenden Forderungen:

1. Senkung der Krankenkassenbeiträge: Lehrbeauftragte haben keinen Arbeitgeber, der ca. 50% der Sozialabgaben übernimmt. Deshalb sollten sie durch die sogenannte Mindestbemessungsgrundlage (z.Zt. 2.073,75 Euro) nicht zusätzlich belastet werden.

2. Erhöhung des Honorars der Lehrbeauftragten an universitären Sprachenzentren

Das Honorar solle angelehnt werden an die Vergütung nach TV-L bzw. an die Beamtenbesoldung von Beschäftigten/Bediensteten mit vergleichbaren Aufgaben.

3. Vergütung geleisteter Vorarbeit für einen erteilten Lehrauftrag: Vorbereitungszeit für Kurse, die mangels Teilnehmerinnen ausgefallen sind, sollen vergütet werden mit einer Viertelstunde je Unterrichtsstunde.

Eine ähnlich lautende Petition hatten auch Bremer Kolleg*innen eingereicht. Auf die niedersächsische Petition kam zunächst eine recht ablehnende Antwort. Aber aufgrund der Petition hat die Landesregierung eine Erhebung an den niedersächsischen Hochschulen durchgeführt, die zu dem Ergebnis kam, dass an den Sprachenzentren des Landes das Volumen der Lehrveranstaltungsstunden (LVS) in den Sprachen von sechs Stunden (Medizinische Hochschule Hannover) bis zu 460 Stunden (Uni Göttingen) reicht. In den letzten drei Jahren boten die Hochschulen zusammen mit steigender Tendenz Sprachausbildung in einem Umfang zwischen jeweils rund 2300 und 2 550 Lehrveranstaltungsstunden an.

Beschäftigt wurden je Semester zwischen 370 und 416 Lehrbeauftragte. Ein Lehrauftrag umfasste relativ gleichbleibend durchschnittlich etwa 6,2 LVS je Semester. Angeboten wurde eine Ausbildung in bis zu 26 Sprachen (darunter Deutsch als Fremdsprache).

Es ist davon auszugehen, dass die Tätigkeit von Lehrbeauftragten am ehesten mit der Tätigkeit von Lehrkräften für besondere Aufgaben vergleichbar ist.

Die niedersächsische Regierung hat daraufhin im März 2016 alle Sprachenzentren im Land aufgefordert, bei einem Unterrichtsvolumen von mehr als 24 Wochenstunden Stellen einzurichten. Dieser Erfolg hat leider auch eine negative Seite: Für die Lehrbeauftragten in anderen (“kleineren”) Sprachen bedeutet das, dass die Chancen auf Stellen gesunken sind.

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