Treffen der Lehrbeauftragten-Initiative in Göttingen mit dem Uni-Präsidium

Die Lehrbeauftragten Initiative Göttingen  hat am 27.06.2017 zum 2. Mal die Universität-Präsidentin für  die Lehre getroffen. Hier folgt der Bericht:

Das zweite Treffen zwischen der Lehrbeauftragten-Initiative Göttingen und der Unileitung fand am 27. Juni statt. Von Präsidiumsseite waren anwesend: Präsidentin Beisiegel, Vizepräsidentin Bührmann und Vizepräsident Schroeter. Aus der Lehrbeauftragten-Initiative waren 5 Personen dabei, unterstützt von einem Vertreter des AStA.

Zur Erinnerung: beim ersten Treffen hatte Frau Beisiegel sich zunächst unsere Sache angehört, Verständnis geäußert und erklärt, in einem zweiten gemeinsamen Gespräch das weitere Vorgehen mit uns besprechen zu wollen. Zu diesem Zweck sollten Zahlen zu den Lehraufträgen beschafft werden.

Einleitend teilte uns die Präsidentin nun mit, dass sie erst am Vorabend des Treffens die Zahlen zur Beschäftigung von Lehrbeauftragten an der Uni Göttingen erhalten habe und diese daher noch nicht ausgewertet werden konnten. Bei oberflächlicher Sicht habe sich ergeben, dass die Gruppe der Lehrbeauftragten sehr heterogen sei: haupt- oder nebenberufliche Lehrtätigkeit, mit und ohne Vergütung. Ebenso heterogen seien die Honorare der vergüteten Lehraufträge, die aktuell um nahezu 80,00 Euro pro Stunde variieren.

Die Präsidentin signalisierte, dass sie es unrealistisch fände, in absehbarer Zeit Lehraufträge in Festanstellungen umzuwandeln, jedoch sei eine Honorarerhöhung angestrebt. Hierbei solle in die Festsetzung der Honorare auch der Vorbereitungsaufwand eingerechnet werden.

Wir schlugen vor, den Stundensatz der Lehrbeauftragten an den der festangestellten Lehrkräfte für besondere Aufgaben anzupassen und dabei das Arbeitgeberbrutto zugrunde zu legen. Die Präsidentin wies darauf hin, dass jeweils die Art des Lehrauftrags berücksichtigt werden müsse (Vorlesung, Seminar, Übung oder Praktikum), weil dementsprechend die Anzahl der zu leistenden Unterrichtseinheiten sowie die zu berechnenden Vor- und Nachbereitungszeiten unterschiedlich seien und somit die einzelnen Stunden unterschiedlich hoch vergütet würden.

Die Präsidentin überlegte außerdem, regelmäßig wiederkehrende Lehraufträge nicht mehr pro Semester zu erteilen, sondern z. B. über einen Zeitraum von drei Jahren, mit dem Ziel, den Lehrbeauftragten mehr Planungssicherheit zu geben.

Schließlich wurden organisatorische und verwaltungsrelevante Themen angesprochen:

  • Die Vertretung der Lehrbeauftragten an der Uni
  • Die Verfügbarkeit der universitären Infrastruktur, z. B. die obligatorische Vergabe von gwdg-accounts an Lehrbeauftragte
  • Uni-Cards für alle Lehrbeauftragten und dadurch Zugang zu Kopierern und Druckern sowie Ausweis für Bibliotheken und Mensa (= Bediensteten-Preise)
  • Teilnahme an Fortbildungsprogrammen

Die Präsidentin hat uns erneut den Eindruck vermittelt, dass sie unser Anliegen ernst nimmt. Sie zeigte sich informiert über die vielen Stunden unbezahlter Arbeit und die Unsicherheit der Beschäftigung. Sie betonte, die momentane Vergabepraxis von Lehraufträgen beruhe auf und Tradition, die für den Großteil der heute erteilten Lehraufträge nicht mehr gälte, da heute sehr viele Lehraufträge grundständige, dauerhafte Lehre abdeckten.

Die Präsidentin signalisierte, es sei ihr wichtig, die Göttinger Universität als modernen, attraktiven und gerechten Arbeitgeber aufzustellen – vielleicht sogar eine Vorreiterrolle als Best Practice einzunehmen – um qualifizierte Kräfte anzuziehen und zu behalten.

Zum weiteren Vorgehen:  Die Lehrbeauftragten-Statistik wird vom Präsidium zügig analysiert. Sie soll die Grundlage für konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Situation der Lehrbeauftragten bilden, die den Fakultäten unterbreitet werden.

Im frühen Wintersemester soll wieder ein Treffen mit der Lehrbeauftragten-Initiative stattfinden.

PS  Das nächste Treffen der Initiative ist am 31. Juli, 20 Uhr im Autonomicum (Blaue Turm).

PPS  Vizepräsidentin Bührmann (Studium und Lehre) stellte ihre „Qualitätsoffensive“ vor, durch die die Qualität der Lehre gesichert und überprüfbar gemacht werden soll. Dazu wird aktuell ein „Leitbild für die Lehre“ an der Uni erarbeitet. Die Teilnahme von Lehrenden daran ist im Rahmen zweier Workshops ausdrücklich erwünscht! Hier die Einladung dazu.

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