Kurzbericht über die 3. des Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte

Ich war am 23.9.17 bei der Dritte Konferenz des Bündnisses der DaF/DaZ-Lehrkräfte in Düsseldorf; die Sitzung dauerte den ganzen Tag; anwesend waren 25 Dozent*innen aus unterschiedlichen Bundesländern. Ich war die einzige aus Berlin, und aus Brandenburg und Bayern war niemand da.

Das Bündnis existiert seit Mai 2016; sein Schwerpunkt liegt in den Integrationskursen:

https://www.dafdaz-lehrkraefte.de/

Einige Kolleg*innen aus Köln haben Anfang 2016 ein Web-Seite gegründet mit einer interaktiven Karte, welche die Vernetzung der lokalen Gruppen unterstützt:

http://kreidefresser.org/

Die Sitzung am 23.9.  fing mit einer kurzen Darstellung der Arbeit des Bündnisses auf Bundesebene an; dies wurde im Voraus ausführlich im Konferenzreader vorgestellt.

Vielen Anträge folgten, die verhältnismäßig schnell behandelt wurden. Alle wurden einstimmig – oder fast – bewilligt.

Mit dem Antrag 1 wurde die Position des Bündnisses um einige Punkte ergänzt: Unterfinanzierung der Weiterbildung, Ungleichbehandlung der Honorarlehrkräfte bei der Rentenversicherung (im Vergleich zu anderen Lehrenden und anderen Selbstständigen), etc.

Als Ziele wurden dabei bestätigt: a) Erhöhung der BAMF-Trägerpauschale auf mindestens ca. 5 € pro Teilnehmer*in/ UE, b) 60 € pro UE für Honorarkräfte und mindestens TVöD E11 für Festangestellte. c) Das Honorar sollte jedes Jahr dynamisiert werden.

Mit dem Antrag 2 wurde festgelegt, dass die gegenwärtige Forderung des Bündnisses bezüglich der Eingruppierung von DaF-Lehrkräften (d.h. TvöD 13) ohne weitere Plenumsabstimmungen nach oben angepasst wird, wenn die GEW TvöD 13 für DaF-Lehrkräfte fordert.

Über die Anträge 4, 5 und 6 gab es einiges zu diskutieren. Beschlossen wurde dann, dass das Bündnis gegen die 40-UE-Verträgen (d.h. Anstellungen mit 40 UE pro Woche) handeln will; damit wurde bekräftigt, dass nicht jegliche Anstellung erstrebenswert ist.

Mit dem Antrag 5 hat sich das Bündnis gegen die Praxis der Ausschreibungen der Kurse, mit denen das BAMF vor kurzem angefangen hat. Ähnlich wir bei der Agentur für Arbeit bergen sie die Gefahr, dass der billigste Anbieter den Zuschlag bekommt.

Mit dem Antrag 6 wurde beschlossen, dass Aktionen am Tag des Lehrers und der Lehrerin 2018 in mehreren Städten gehalten werden. Der ursprüngliche Antrag sah vor, eine bundesweite Aktion in Berlin zu organisieren, aber es wurde für 6-7 regionale Aktionen entschieden.

Anschließend wurden Arbeitsgruppen bestätigt oder neu gebildet: einige sind organisatorischer Art (z.B. für die Pressearbeit), andere sind thematisch, d.h. dass sie Stellungsnahmen vorbereiten müssen. Anschließend haben sich die Kolleg*innen in den jeweiligen Arbeitsgruppen fast eine Stunde lange ausgetauscht.

Die letzte Stunde wurde den Berichten der Aktivitäten in einigen Städten gewidmet. Bemerkenswerte Erfolge wurden aus Köln, Kiel, Hannover, Stuttgart berichtet: Honorarerhöhungen wurden dank guter Organisation und Zusammenhang der Honorarlehrkräfte (an VHSen oder bei Trägern) erreicht. Fast überall laufen die Beziehungen mit der GEW positiv; die Kontakte zu ver.di scheinen weniger bedeutend zu sein.

Ich hat über die Situation in Berlin berichtet, d.h. hauptsächlich über die Eröffnung der Verhandlungen für den Tarifvertrag an den Berliner VHS sowie Musikschulen.

Über die Situation der Kursteilnehmenden wurde wenig gesprochen: Das Bündnis neigt dazu, sich als Berufsvertretung zu profilieren, die sich hauptsächlich um die Belange der eigenen Mitglieder kümmert. Ein Antrag, um gegen die Abschiebungen nach Afghanistan zu protestieren, wurde erst nach einer lebendigen Diskussion und nicht einstimmig angenommen.

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