Kleine Anfragen über die Lehrbeauftragten im bayerischen Landtag

Die Fraktion der Grünen hat im bayerischen Landtag mehrere kleine Anfragen gestellt, um von der Landesregierung Informationen über die Situation der Lehrbeauftragten an den bayerischen Hochschulen zu bekommen. Diese Anfragen sind nach der Anhörung im Wissenschaftsausschuss im Juli und in Zusammenarbeit mit der GEW Bayern entstanden. Am 13. Oktober in München haben die  GEW und die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen eine gemeinsame Pressekonferenz über das Antragspaket „Lehrbeauftragte an Hochschulen besserstellen“ gehalten.  In ihrer Stellungnahme fordern die Grünen für den Nachtragshaushalt 2018 eine Erhöhung von 120 Millionen für die Grundfinanzierung der Hochschulen. Damit soll vor allem die Situation der 12.401 Lehrbeauftragten in Bayern (Stand 2015) verbessert werden:  „Wir fordern klare Karrierewege, eine bessere Bezahlung, mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse und mehr Mitbestimmung für die Lehrbeauftragten“, so Verena Osgyan, wissenschaftspolitische Sprecherin ihrer Fraktion bei der Pressekonferenz in München.

In ihrer interessanten Presseinformation präsentiert die GEW gut recherchierte und zusammengestellte Angaben über die Lehre, die an den Hochschulen in Bayern und bundesweit mit Lehraufträgen abgedeckt wird. Es wird eindeutig gezeigt, dass an den Hochschulen die Zunahme der Studierendenzahl in den letzten 10 Jahren zu einer Zunahme der Lehrbeauftragten – wie auch der wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen – geführt hat. Die Anzahl der Professuren ist nicht proportionell gewachsen.  Die Forderungen der Grüne werden in einem Pressepapier dargestellt. Die Anträge im Landtag betreffen: eine faire Vergütung, die Interessenvertretung und die Mitbestimmungsrechte der Lehrbeauftragten,  Dauerstellen für Daueraufgaben sowie Aufstiegs- und Entwicklungschancen.

Eduard Meusel (Fachgruppe Hochschule und Forschung der GEW Bayern) hat den Finanzbedarf ermittelt, der notwendig ist, um das gesamte Lehrdeputat mit Festanstellungen abzudecken. „Bei einem Lehrauftrag pro Mitarbeiter lägen wir zwischen 50 und 60 Millionen Euro jährlich“, so Eduard Meusel. Tatsächlich haben viele Lehrende indes mehrere Aufträge. „So werden Lehrbeauftragte zur festen Säule im Hochschullehrbetrieb“, argumentiert Eduard Meusel. „Für ihre Daueraufgabe müssen deshalb auch Dauerstellen geschaffen werden.“

Verena Osgyan spricht in diesem Zusammenhang von einem „jahrelangen Missbrauch des Instruments der Lehrbeauftragten. Diese sind per Gesetz zur Ergänzung des Lehrbetriebs gedacht, bilden heute an manchen Hochschulen aber einen Großteil der Lehre ab.“ Deshalb müsse es für die Lehrbeauftragten spätestens ab der Promotion transparente, planbare Aufstiegsmöglichkeiten und feste Beschäftigungsverhältnisse geben.

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