„Dozent frisst Teilnehmer auf“

Der Tagesspiegel hat am 20.12.19 unter dem Titel „Dozent frisst Teilnehmer auf“ ein Interview mit Frau Roggenhofer und Herr Bruns, Sprecherin und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Berliner VHS-Direktor*innen, veröffentlicht. Die Interviewpartner*in wollen in erster Linie das Bild der 100-Jahre-alten VHS auffrischen und betonen ihre zahlreichen innovativen Angebote.

Ihr Interview ist aber auch für die Dozent*innen interessant.

Denn Frau Roggenhofer und Herr Bruns stellen die Verbindung zwischen den Honoraren und den Teilnahmegebühren in Frage. Nach einer langen Stagnation werden in Berlin die Honorare in Anlehnung an den Tarifabschlüssen im öffentlichen Dienst regelmäßig erhöht. Im Unterschied zu den Tariferhöhungen der Angestellten werden aber die Honorarsteigerungen an den VHS von Land Berlin nicht finanziert. Die VHS müssen daher die Erhöhungen aus ihrem Budget finanzieren. Dies hat zu einer Steigerung der Teilnahmegebühren: „Die Kursgebühren sind stark gestiegen, wir sind nicht mehr so günstig, wie wir sein sollten“, hebt Herr Bruns hervor.

Im Interview geht es auch um die Daf-Daz-Kurse. Zum einen werden die Kurse für Geflüchtete erwähnt, die das Land Berlin 2014-15 eingerichtet hat, damit auch diejenigen, die keinen Zugang zu den BAMF-Kursen haben, Deutsch lernen können. Zum anderen wird die Finanzierung über Drittmittel „süßes Gift“ definiert, weil „wer zahlt, befiehlt“. Der größte Drittmittelgeber ist das BAMF: Dies hat für die VHS auch Nachteile, denn die VHS haben einen offenen, integrativen Ansatz. Hingegen handelt das BAMF regulativ und damit werden die VHS als Kontrollbehörde wahrgenommen, was für die offene Pädagogik der VHS viele Gefahren in sich birgt.

Zum Schluss geht es um die Teilnehmenden: An den Berliner VHS überwiegen unter den Teilnehmenden die Frauen, wie auch generell in der Weiterbildung. Traditionell besuchen Männer häufiger die betriebliche Weiterbildung, während das offene und flexible Angebot der VHS für Frauen leichter zugänglich ist. Die Interviewten fügen aber auch hinzu, dass Frauen „offener sind, ihr soziales Umfeld zu erweitern“ und selbst Bildungsangebote zu suchen.

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